Ratgeber zur Deutschprüfung
Hier erklären wir die Prüfungen Teil für Teil: was drankommt, wie bewertet wird, wie eine gute Antwort aussieht und welche Grammatik du dafür brauchst. Alle Beispielaufgaben und Mustertexte haben wir selbst geschrieben.
Prüfung und Vorbereitung
- Goethe, telc oder ÖSD — welche Prüfung ist die richtige?Alle drei prüfen nach dem Gemeinsamen europäischen Referenzrahmen, und ein B1 ist überall ein B1. Trotzdem unterscheiden sich die Prüfungen im Aufbau — und manchmal in dem, was eine Behörde akzeptiert. So findest du die passende.
- Ein Lernplan bis zur Prüfung: acht Wochen, die reichenMit einem festen Termin wird aus „Deutsch lernen“ eine Aufgabe mit Ende. Dieser Plan verteilt die Arbeit so, dass du am Prüfungstag das Format kennst, deine Schwächen kennst — und nicht erschöpft bist.
Schreiben
- Die formelle E-Mail: so schreibst du sie in der PrüfungEine Anfrage an die Sprachschule, eine Beschwerde beim Vermieter, eine Absage an die Kursleiterin: In den meisten Prüfungen ab A2 schreibst du eine formelle Nachricht. Mit einem festen Aufbau und ein paar Redemitteln gelingt sie dir jedes Mal.
- Schreiben B1 bei Goethe und ÖSD: drei Texte in 60 MinutenDrei Aufgaben, drei Textsorten, eine Stunde. Im Schreiben der B1-Prüfung gewinnt nicht der schönste Text, sondern der, der alle Punkte der Aufgabe erfüllt, im richtigen Ton geschrieben ist und zusammenhängt.
- Schreiben bei telc Deutsch B1: eine E-Mail, die alle vier Punkte trifftBei telc B1 schreibst du einen einzigen Text — eine persönliche oder halbformelle E-Mail. Klingt wenig, aber jeder der vier Leitpunkte zählt, und die Bewerter achten auf Dinge, an die viele nicht denken.
- Schreiben bei Start Deutsch 1: ein Formular, eine kurze NachrichtDas Schreiben auf A1 ist kurz — ein Formular und etwa 30 Wörter. Genau deshalb zählt jedes Detail: ein vergessener Punkt, eine fehlende Anrede. Hier steht, wie die Punkte zustande kommen.
- Schreiben B2 beim Goethe-Institut: argumentieren und formell schreibenEin Forumsbeitrag mit etwa 150 Wörtern, eine Nachricht mit etwa 100 — und 75 Minuten Zeit. Auf B2 zählt nicht mehr nur, dass alle Punkte da sind, sondern wie gut du argumentierst und wie dein Text zusammenhängt.
Sprechen
- Sprechen B1 bei Goethe und ÖSD: planen, präsentieren, reagierenDie mündliche Prüfung dauert nur etwa 15 Minuten — zu zweit, nach 15 Minuten Vorbereitung. Wer weiß, was in jedem Teil verlangt wird, kann fast alles davon vorher üben.
- Sprechen bei telc Deutsch B1: drei Gespräche zu zweitDie mündliche Prüfung bei telc B1 ist von Anfang bis Ende ein Gespräch mit deiner Partnerin oder deinem Partner: kennenlernen, Meinungen austauschen, gemeinsam planen. Wer allein vor sich hin redet, verschenkt hier Punkte.
- Sprechen bei Start Deutsch 1: vorstellen, fragen, bittenDie mündliche Prüfung auf A1 ist eine Gruppenprüfung mit festen Abläufen. Wer die drei Teile kennt, kann fast jede Antwort vorher üben — und ist am Prüfungstag deutlich ruhiger.
- Sprechen B2 beim Goethe-Institut: Vortrag halten, Diskussion führenDie mündliche Prüfung auf B2 hat nur zwei Teile, aber beide verlangen viel: einen strukturierten Vortrag und eine Diskussion, in der du argumentierst, reagierst und am Ende Position beziehst.
Hören und Lesen
- Hören in der Prüfung: weniger raten, mehr verstehenBeim Hören kannst du nicht zurückblättern: Der Text läuft einmal oder zweimal, dann ist er vorbei. Umso wichtiger ist, was du vorher und währenddessen tust — und zu wissen, wie oft du welchen Teil hörst.
- Lesen in der Prüfung: nicht alles verstehen, das Richtige findenIm Leseteil scheitern viele nicht an der Sprache, sondern an der Uhr. Du musst nicht jedes Wort verstehen — du musst wissen, wonach du suchst, und deine Zeit gut verteilen.
Bewertung
Grammatik für die Prüfung
- Wechselpräpositionen: Akkusativ oder Dativ?An, auf, hinter, in, neben, über, unter, vor, zwischen — neun kleine Wörter, die in jeder Prüfung vorkommen. Mit einer einzigen Frage findest du fast immer den richtigen Fall.
- Perfekt: mit haben oder mit sein?Im Gespräch und in privaten E-Mails erzählst du fast alles im Perfekt. Die meisten Verben bilden es mit haben — eine überschaubare Gruppe mit sein. Wer diese Gruppe kennt, macht hier kaum noch Fehler.
- Nebensätze: Das Verb gehört ans EndeWeil, dass, obwohl, wenn — mit diesen Wörtern verbindest du Gedanken, und genau das verlangen die Kriterien im Schreiben und Sprechen. Die Wortstellung ist dabei immer dieselbe.
- Adjektivdeklination: die Endungen ohne AuswendiglernenDer gute Wein, ein guter Wein, guter Wein — dreimal dasselbe Adjektiv, zwei verschiedene Endungen. Dahinter steckt eine einzige Idee, und mit ihr brauchst du die Tabellen bald nicht mehr.
- Konjunktiv II: höflich bitten, vorschlagen, raten, wünschenKönnten Sie …? Wir könnten … Du solltest … Ich wäre gern … — der Konjunktiv II steckt in den Sätzen, die du in der mündlichen und schriftlichen Prüfung am häufigsten brauchst. Die Formen sind einfacher, als sein Ruf vermuten lässt.
- Das Passiv: wenn die Handlung wichtiger ist als die PersonIn Zeitungsmeldungen, Hausordnungen und formellen Briefen begegnet dir das Passiv ständig — in den Lese- und Hörtexten der Prüfung also auch. Gebildet wird es immer nach demselben Muster.
- Relativsätze: genauer sagen, wen oder was du meinstDer Kollege, der mir immer hilft. Die Wohnung, die wir gefunden haben. Mit Relativsätzen beschreibst du Menschen und Dinge genauer — und deine Sätze werden länger, ohne unklar zu werden.
- Verben mit Präpositionen: lernen, was zusammengehörtIch warte auf, ich denke an, ich interessiere mich für — bei diesen Verben gehört die Präposition fest dazu, und sie bestimmt den Fall. Eine Regel gibt es dafür nicht, aber eine gute Methode.
- Konnektoren: wie aus Sätzen ein Text wirdDeshalb, trotzdem, zwar … aber, einerseits … andererseits — Konnektoren zeigen, wie deine Gedanken zusammenhängen. Ab B2 achten die Prüfenden genau darauf. Das Schwierige ist nicht die Bedeutung, sondern die Wortstellung.