Rilke

Sprechen B1 bei Goethe und ÖSD: planen, präsentieren, reagieren

Die mündliche Prüfung dauert nur etwa 15 Minuten — zu zweit, nach 15 Minuten Vorbereitung. Wer weiß, was in jedem Teil verlangt wird, kann fast alles davon vorher üben.

Aktualisiert am 16. Oktober 2026 · 6 Min. Lesezeit · Rilke-Redaktion

Der Ablauf auf einen Blick

Das Zertifikat B1 haben das Goethe-Institut, das ÖSD und die Universität Freiburg gemeinsam entwickelt. Die mündliche Prüfung ist deshalb bei Goethe und ÖSD gleich aufgebaut: Ihr seid zu zweit, vor zwei Prüfenden, und habt vorher 15 Minuten Vorbereitungszeit. Notizen sind zu jeder Aufgabe erlaubt — nur ablesen solltest du die Präsentation nicht.

TeilAufgabeDauerworum es geht
1Gemeinsam etwas planenca. 3 Min.zu zweit eine Aktivität planen, mit vier Leitpunkten
2Ein Thema präsentierenca. 3 Min.allein, ein Thema aus zwei, mit fünf vorgegebenen Folien
3Über ein Thema sprechenca. 2 Min.Rückmeldung und Frage zur Präsentation der anderen Person, Fragen zur eigenen beantworten

Teil 1: Gemeinsam etwas planen

Ihr bekommt eine Situation und vier Leitpunkte. Die Aufgabe ist ein echtes Gespräch: Vorschläge machen, auf die Vorschläge der anderen Person reagieren und euch am Ende einigen. Bewertet wird hier ausdrücklich auch die Interaktion — zwei Monologe nacheinander erfüllen die Aufgabe nicht.

Beispiel (selbst geschrieben, im Format der Prüfung)

Eine Kollegin, Frau Lorenz, geht nach 25 Jahren in Rente. Sie möchten mit Ihrem Gesprächspartner/Ihrer Gesprächspartnerin eine kleine Abschiedsfeier im Büro organisieren.

  • Wann soll die Feier stattfinden?
  • Was gibt es zu essen und zu trinken?
  • Welches Geschenk?
  • Wer hält eine kurze Rede?

So könnte der Anfang klingen:

A: Wollen wir zuerst über den Termin sprechen? Ich würde den letzten Arbeitstag vorschlagen, also Freitag, gleich nach der Mittagspause.

B: Gute Idee, aber am Freitag sind viele schon um zwei weg. Wie wäre es mit Donnerstag, so um vier?

A: Stimmt, daran habe ich nicht gedacht. Donnerstag um vier passt. Und was machen wir mit dem Essen?

B: Wir könnten Kuchen bestellen. Oder jeder bringt etwas mit — das ist persönlicher.

A: Das finde ich schön. Dann schreibe ich eine Liste, damit nicht alle Nudelsalat mitbringen.

Was dieses Gespräch gut macht: Es gibt Vorschläge (Ich würde … vorschlagen, Wir könnten …), Reaktionen mit Begründung (Gute Idee, aber …), ein Nachgeben (Stimmt, daran habe ich nicht gedacht) und eine Entscheidung — und dann geht es weiter zum nächsten Punkt.

wofürRedemittel
vorschlagenIch würde vorschlagen, dass … / Wir könnten … / Wie wäre es mit …? / Was hältst du von …?
zustimmenGute Idee! / Einverstanden. / Das finde ich auch. / Genau so machen wir es.
widersprechenIch weiß nicht, ob das gut ist, weil … / Das ist eine Idee, aber … / Ich sehe das ein bisschen anders.
einen Kompromiss findenUnd wenn wir … ? / Vielleicht können wir beides machen: …
zum nächsten PunktGut, dann haben wir den Termin. Jetzt noch … / Was machen wir mit …?

Drei Dinge, die Punkte bringen

Sprich alle vier Punkte an — auch wenn ihr nicht bei jedem lange bleibt. Frag nach, wenn deine Partnerin schweigt: Was meinst du? Und einigt euch: Ein Gespräch, das bei jedem Punkt offen endet, wirkt unfertig.

Teil 2: Ein Thema präsentieren

Du wählst eines von zwei Themen und präsentierst es etwa drei Minuten lang allein. Die Aufgabe gibt dir fünf Folien vor, und genau an ihnen misst sich, wie vollständig deine Präsentation ist: Alle fünf vollständig behandelt — volle Punktzahl bei der Erfüllung; jede ausgelassene Folie kostet.

Foliewas hineingehörtRedemittel
1das Thema vorstellen und sagen, wie die Präsentation aufgebaut istIn meiner Präsentation geht es um … / Zuerst erzähle ich …, dann … und zum Schluss …
2eine eigene Erfahrung oder SituationIch selbst habe … erlebt. / Bei mir ist es so, dass …
3die Situation in deinem Heimatland, mit BeispielenIn meinem Heimatland ist das anders/ähnlich: … / Zum Beispiel …
4Vor- und Nachteile, deine Meinung, BeispieleEin Vorteil ist, dass … Ein Nachteil ist … / Meiner Meinung nach …
5Abschluss und DankZum Schluss möchte ich sagen, dass … / Vielen Dank fürs Zuhören!

In der Vorbereitungszeit notierst du zu jeder Folie Stichwörter, keine Sätze. Wer ganze Sätze aufschreibt, liest sie am Ende vor — und das merken die Prüfenden sofort.

Beispiel für Notizen (Thema: „Sollte man im Urlaub für die Arbeit erreichbar sein?“)

  1. Thema + Aufbau: Erfahrung → Heimatland → Pro/Contra → Schluss
  2. letzter Urlaub: Chef ruft an, Problem mit Kunden → Stress, aber schnell gelöst
  3. Heimatland: viele kleine Firmen → Chef = Familie, immer erreichbar; Beispiel Onkel
  4. pro: Probleme schnell lösen, weniger Arbeit danach · contra: keine Erholung, Familie ärgert sich · Meinung: nur im Notfall, feste Zeit (z. B. 10 Min. am Abend)
  5. Danke, Frage an euch: Wie macht ihr das?

Teil 3: Über ein Thema sprechen

Nach der Präsentation deiner Partnerin gibst du eine kurze Rückmeldung — was dir gefallen hat, was neu oder interessant war — und stellst eine Frage dazu. Nach deiner eigenen Präsentation beantwortest du die Frage deiner Partnerin und eine Frage der Prüfenden.

Dieser Teil ist kurz, aber er zählt eigenständig. Eine echte Frage — keine, deren Antwort schon in der Präsentation stand — zeigt, dass du zugehört hast.

So wird bewertet

Für jeden Teil bewerten die Prüfenden die Erfüllung der Aufgabe. In Teil 1 kommt die Interaktion dazu, in Teil 2 die Kohärenz — ob deine Präsentation einen nachvollziehbaren Aufbau hat. In den Teilen 1 und 2 zählen außerdem Wortschatz und Strukturen, jeweils danach, wie breit und wie sicher du sie einsetzt. Über die ganze Prüfung hinweg wird die Aussprache bewertet: Satzmelodie, Wortakzent, einzelne Laute.

Das Modul Sprechen ergibt höchstens 100 Punkte; bestanden hast du es mit 60 Punkten. Fehler kosten vor allem dann, wenn sie das Verständnis stören — ein flüssiges Gespräch mit kleinen Fehlern ist mehr wert als ein stockendes, fehlerfreies.

Typische Fehler

Die Präsentation vom Blatt ablesen oder auswendig aufsagen.

In Teil 1 nur die eigenen Ideen vortragen und nicht auf die Partnerin eingehen.

Eine Folie auslassen, meist Folie 3 (Heimatland) oder Folie 5 (Abschluss).

In Teil 3 keine Frage stellen — oder eine, die schon beantwortet wurde.

Und mit Rilke?

Eine mündliche Prüfung zu zweit lässt sich allein schlecht üben. In der Rilke-App übernimmt die App die Rolle der Gesprächspartnerin: Du planst mit ihr, präsentierst und bekommst eine Bewertung nach denselben Kriterien. Sprechtempo, Pausen und Füllwörter misst dein Gerät selbst. Wie die anderen Prüfungsteile von B1 aufgebaut sind, steht auf der Seite zum Goethe-Zertifikat B1.

Üben im Format der Prüfung

Aufgaben wie in der Prüfung, bewertet nach den Kriterien der Prüfung — im Browser oder in der App. Grammatik, Wortschatz, Lesen und Hören sind kostenlos.

Kostenlos starten

RilkeAuf jedem Gerät:

Laden im
App Store
Jetzt bei
Google Play
Laden im
Mac App Store
Öffnen im
Web

GOETHE · TELC · ÖSD

Rilke ist ein unabhängiges Produkt und steht in keiner Verbindung zum Goethe-Institut, zu telc oder ÖSD. Genannte Marken gehören ihren jeweiligen Inhabern.