Sprechen bei Start Deutsch 1: vorstellen, fragen, bitten
Die mündliche Prüfung auf A1 ist eine Gruppenprüfung mit festen Abläufen. Wer die drei Teile kennt, kann fast jede Antwort vorher üben — und ist am Prüfungstag deutlich ruhiger.
Der Ablauf
Du sprichst nicht allein, sondern in einer Gruppe von bis zu vier Teilnehmenden, vor zwei Prüfenden. Die Prüfung dauert für die ganze Gruppe etwa 15 Minuten und hat drei Teile. Telc Deutsch A1 ist genauso aufgebaut — beide Prüfungen haben Goethe-Institut und telc gemeinsam entwickelt.
| Teil | Aufgabe | Material |
|---|---|---|
| 1 | Sich vorstellen | ein Blatt mit Stichwörtern |
| 2 | Um Informationen bitten und Informationen geben | Karten mit je einem Wort zu einem Thema |
| 3 | Bitten formulieren und darauf reagieren | Karten mit kleinen Bildern |
Teil 1: Sich vorstellen
Auf einem Blatt stehen Stichwörter: Name, Alter, Land, Wohnort, Sprachen, Beruf, Hobby. Zu jedem sagst du einen Satz. Danach bittet dich die Prüferin zum Beispiel, deinen Namen oder deinen Wohnort zu buchstabieren und eine Zahl zu nennen — eine Telefonnummer, eine Hausnummer, eine Postleitzahl.
So kann es klingen
Ich heiße Daniel Oliveira. Ich bin 29 Jahre alt. Ich komme aus Brasilien und wohne jetzt in Köln. Ich spreche Portugiesisch, Englisch und ein bisschen Deutsch. Ich bin Koch von Beruf. Mein Hobby ist Fußball.
Buchstabieren üben
Das deutsche Alphabet klingt anders, als viele denken: J = „jott“, V = „fau“, W = „we“, Y = „üpsilon“, Z = „zett“, ß = „eszett“. Übe deinen Namen und deine Straße so lange, bis du sie ohne Nachdenken buchstabieren kannst — das sind sichere Punkte.
Teil 2: Um Informationen bitten und Informationen geben
Die Prüferin nennt ein Thema, zum Beispiel Wohnen. Jede Person zieht eine Karte mit einem Wort und stellt dazu eine Frage an eine andere Person in der Gruppe. Die antwortet — und stellt dann selbst die nächste Frage. Meist gibt es zwei Runden mit zwei Themen.
Beispiel (selbst geschrieben)
Thema: Wohnen · Karten: Küche · Miete · Balkon · Nachbarn
- Küche → Frage: Wie groß ist deine Küche? — Antwort: Sie ist klein, aber sehr hell.
- Miete → Frage: Wie hoch ist deine Miete? — Antwort: Ich bezahle 650 Euro im Monat.
- Balkon → Frage: Hast du einen Balkon? — Antwort: Nein, leider nicht. Aber wir haben einen Garten.
Deine Frage muss zum Wort auf der Karte passen, und sie muss eine echte Frage sein — mit einem Fragewort (Wie? Wo? Wann? Was?) oder dem Verb am Anfang (Hast du …?).
Teil 3: Bitten formulieren und darauf reagieren
Jetzt bekommst du Karten mit kleinen Bildern — ein Fenster, ein Regenschirm, ein Glas Wasser. Zu jedem Bild formulierst du eine Bitte an eine andere Person, und die reagiert darauf.
- [Bild: ein Fenster] → Kannst du bitte das Fenster zumachen? — Ja, natürlich.
- [Bild: ein Regenschirm] → Kann ich bitte deinen Regenschirm haben? Es regnet. — Klar, hier bitte.
- [Bild: ein Glas Wasser] → Gib mir bitte ein Glas Wasser. — Gern. Bitte schön.
Für die Bitte gibt es zwei einfache Muster: Kannst du / Können Sie bitte …? oder der Imperativ mit bitte: Gib mir bitte … Für die Reaktion reicht ein kurzer Satz: Ja, gern. / Natürlich. / Tut mir leid, das geht nicht.
So wird bewertet
Jede Antwort, jede Frage und jede Bitte wird einzeln bewertet: volle Punktzahl, wenn sie die Aufgabe erfüllt und verständlich ist; halbe Punktzahl, wenn sie wegen sprachlicher oder inhaltlicher Mängel nur teilweise gelingt; null Punkte, wenn sie die Aufgabe nicht erfüllt oder unverständlich ist. Perfekte Grammatik wird auf A1 also nicht erwartet — verständlich und passend muss es sein.
Typische Fehler
In Teil 2 eine Aussage statt einer Frage: Meine Küche ist groß. → Wie groß ist deine Küche?
Am Wort der Karte vorbeifragen: Die Karte zeigt Miete, gefragt wird aber, wo die Wohnung liegt.
In Teil 3 nur das Wort sagen: Fenster! → Kannst du bitte das Fenster zumachen?
Und mit Rilke?
In der Rilke-App übst du alle drei Teile; die App übernimmt die Rolle der Gesprächspartnerin, und danach bekommst du eine Bewertung. Wie das Schreiben bei Start Deutsch 1 aufgebaut ist, steht im Artikel zum Schreiben A1.