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Adjektivdeklination: die Endungen ohne Auswendiglernen

Der gute Wein, ein guter Wein, guter Wein — dreimal dasselbe Adjektiv, zwei verschiedene Endungen. Dahinter steckt eine einzige Idee, und mit ihr brauchst du die Tabellen bald nicht mehr.

Aktualisiert am 16. Oktober 2026 · 5 Min. Lesezeit · Rilke-Redaktion

Die Idee dahinter: Einer muss das Signal geben

Im Deutschen zeigt ein Wort vor dem Nomen, welches Genus und welchen Fall das Nomen hat. Meist ist das der Artikel: der zeigt maskulin und Nominativ, dem maskulin oder neutral und Dativ. Wenn der Artikel dieses Signal schon gibt, bekommt das Adjektiv nur eine einfache Endung: -e oder -en. Wenn der Artikel das Signal nicht gibt — weil es keinen gibt oder weil ein keine Endung hat —, übernimmt das Adjektiv das Signal.

Mit dieser Regel kannst du fast jede Endung herleiten. Die Tabellen unten sind zum Nachschlagen da.

1. Nach dem bestimmten Artikel (der, die, das)

Auch nach dieser, jeder, welcher und alle. Der Artikel gibt das Signal — das Adjektiv endet auf -e oder -en.

maskulinfemininneutralPlural
Nominativder gute Weindie gute Suppedas gute Brotdie guten Weine
Akkusativden guten Weindie gute Suppedas gute Brotdie guten Weine
Dativdem guten Weinder guten Suppedem guten Brotden guten Weinen
Genitivdes guten Weinsder guten Suppedes guten Brotsder guten Weine

Merke: -e nur in den fünf Feldern oben links (Nominativ Singular und Akkusativ feminin/neutral), sonst immer -en.

2. Nach ein, kein, mein, dein …

Fast wie Tabelle 1 — bis auf die drei Stellen, an denen ein ohne Endung dasteht. Dort holt sich das Adjektiv das Signal: -er (maskulin) oder -es (neutral).

maskulinfemininneutralPlural
Nominativein guter Weineine gute Suppeein gutes Brotkeine guten Weine
Akkusativeinen guten Weineine gute Suppeein gutes Brotkeine guten Weine
Dativeinem guten Weineiner guten Suppeeinem guten Brotkeinen guten Weinen
Genitiveines guten Weinseiner guten Suppeeines guten Brotskeiner guten Weine

3. Ohne Artikel

Hier gibt es keinen Artikel, der das Signal tragen könnte — also nimmt das Adjektiv die Endung des bestimmten Artikels: der → guter, die → gute, das → gutes, dem → gutem, den → guten.

maskulinfemininneutralPlural
Nominativguter Weingute Suppegutes Brotgute Weine
Akkusativguten Weingute Suppegutes Brotgute Weine
Dativgutem Weinguter Suppegutem Brotguten Weinen
Genitivguten Weinsguter Suppeguten Brotsguter Weine

Die einzige Ausnahme: im Genitiv maskulin und neutral endet das Adjektiv auf -en, weil das Nomen selbst schon -s trägt.

Die Formeln für Briefe und E-Mails

Viele Adjektivendungen in der Prüfung stecken in festen Formeln. Lerne sie als Ganzes:

  • Liebe Anna, / Lieber Thomas, / Liebe Kolleginnen und Kollegen,
  • Sehr geehrte Frau Becker, / Sehr geehrter Herr Yilmaz,
  • Mit freundlichen Grüßen — Dativ Plural ohne Artikel
  • Viele Grüße / Herzliche Grüße
  • Ein schönes Wochenende! / Herzlichen Glückwunsch!

Mehrere Adjektive

Stehen zwei Adjektive vor einem Nomen, bekommen beide dieselbe Endung: ein großer, heller Raum, mit guten alten Freunden.

Typische Fehler

Ich wohne in einer kleine Wohnung. → in einer kleinen Wohnung. (Dativ: immer -en nach einer)

Das ist ein interessante Buch. → ein interessantes Buch. (ein ohne Endung → das Adjektiv zeigt das)

Mit freundliche Grüße → Mit freundlichen Grüßen. (mit + Dativ Plural)

Sehr geehrte Herr Müller, → Sehr geehrter Herr Müller,

Übung

Ergänze die Endungen. Die Lösung steht darunter.

Übung

  1. Ich wohne in einer klein___ Wohnung.
  2. Das ist ein interessant___ Buch.
  3. Wir haben einen neu___ Kollegen.
  4. Der alt___ Mann wartet auf den Bus.
  5. Ich trinke morgens gern heiß___ Tee.
  6. Hast du die neu___ Schuhe schon getragen?
  7. Bei schön___ Wetter gehen wir spazieren.
  8. Sehr geehrt___ Damen und Herren,
Lösung anzeigen
  1. kleinen — Dativ feminin nach einer
  2. interessantes — ein ohne Endung, neutral
  3. neuen — Akkusativ maskulin nach einen
  4. alte — Nominativ nach der
  5. heißen — Akkusativ maskulin ohne Artikel (den → -en)
  6. neuen — Plural nach die
  7. schönem — Dativ neutral ohne Artikel (dem → -em)
  8. geehrte — Plural ohne Artikel, Nominativ (die → -e)

Und in der Prüfung?

Adjektivendungen gehören zu den Fehlern, die in Texten am häufigsten vorkommen — und die man am leichtesten übersieht, weil der Satz trotzdem verständlich bleibt. Bei einzelnen Fehlern ziehen die Prüfenden selten viel ab; wenn aber fast jede Endung falsch ist, zeigt das, dass die Formen nicht sicher sitzen. Das kostet bei der sprachlichen Richtigkeit. Nimm dir deshalb beim Korrekturlesen einen eigenen Durchgang nur für die Endungen vor.

In der Rilke-App übst du die Adjektivdeklination im Grammatik-Modul, Fall für Fall.

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Aufgaben wie in der Prüfung, bewertet nach den Kriterien der Prüfung — im Browser oder in der App. Grammatik, Wortschatz, Lesen und Hören sind kostenlos.

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