Ein Lernplan bis zur Prüfung: acht Wochen, die reichen
Mit einem festen Termin wird aus „Deutsch lernen“ eine Aufgabe mit Ende. Dieser Plan verteilt die Arbeit so, dass du am Prüfungstag das Format kennst, deine Schwächen kennst — und nicht erschöpft bist.
Bevor es losgeht: Termin und ehrlicher Start
Melde dich zuerst an. Ein Datum im Kalender verändert, wie du lernst: Aus „irgendwann“ wird „noch 56 Tage“. Acht Wochen sind für die meisten genug, um sich auf eine Prüfung auf ihrem Niveau gezielt vorzubereiten — vorausgesetzt, das Niveau stimmt ungefähr. Wer gerade erst A2 abgeschlossen hat, braucht für B1 mehr als acht Wochen Prüfungstraining.
Mach am ersten Tag eine Bestandsaufnahme: Löse von jedem Prüfungsteil eine Aufgabe, ohne Hilfsmittel. Notiere, wo es hakt. Diese Liste ist dein Plan für die nächsten Wochen — nicht das Lehrbuch von vorn bis hinten.
Woche 1–2: das Format kennenlernen
- Jeden Prüfungsteil einmal machen, in Ruhe und ohne Zeitdruck. Lies die Arbeitsanweisungen genau: Wie viele Wörter? Wie oft wird gehört? Was ist erlaubt?
- Eine Fehlerliste anlegen: Welche Fehler machst du immer wieder? Wortstellung im Nebensatz, Artikel, Perfekt mit sein? Daraus werden deine Grammatikthemen.
- Eine Wortschatz-Routine starten: 15 bis 20 Wörter am Tag, mit Artikel und Beispielsatz, in kurzen Einheiten. Täglich zehn Minuten wirken mehr als einmal pro Woche eine Stunde.
Woche 3–5: gezielt trainieren
Jetzt arbeitest du an deinen Schwächen, nicht an dem, was du schon kannst.
- Schreiben: zwei bis drei Texte pro Woche, jeweils zu einer echten Prüfungsaufgabe — und mit Rückmeldung. Ein Text ohne Korrektur trainiert vor allem die eigenen Fehler.
- Sprechen: jeden Tag fünf Minuten laut sprechen, auch allein: dich vorstellen, ein Thema präsentieren, Vorschläge machen. Die Redemittel müssen aus dem Mund kommen, nicht nur aus dem Kopf.
- Hören und Lesen: einzelne Teile mit Zeitlimit, danach mit Transkript oder Lösung nacharbeiten: Wo genau stand die Antwort?
- Grammatik: zwei Themen pro Woche, ausgewählt nach deiner Fehlerliste.
Woche 6–7: unter Prüfungsbedingungen
Mach zwei bis drei komplette Probeprüfungen — mit Uhr, ohne Pausen zwischen den Teilen, ohne Wörterbuch. Mehr bringt wenig: Nach jeder Probeprüfung brauchst du einen Tag, um sie auszuwerten. Die Auswertung ist der eigentliche Gewinn: Wo hat die Zeit nicht gereicht? Welcher Teil kostet die meisten Punkte?
Probeprüfungen nicht verschwenden
Eine Probeprüfung zeigt dir, wo du stehst — sie bringt dich aber kaum weiter, wenn du danach nur die Punkte zählst. Plane nach jeder Probeprüfung zwei, drei Tage, in denen du genau an den Teilen arbeitest, die sie als schwach gezeigt hat.
Woche 8: die Prüfungswoche
- Keine neuen Themen mehr. Was du jetzt neu anfängst, sitzt bis zur Prüfung nicht.
- Wiederholen, was Punkte bringt: Redemittel für Schreiben und Sprechen, der Aufbau deiner Texte, die Fehlerliste.
- Die letzte Probeprüfung spätestens drei Tage vorher. Danach nur noch kurze Einheiten.
- Organisatorisches klären: Wo ist die Prüfung, wann musst du da sein, welcher Ausweis wird verlangt? Steht alles in der Einladung des Prüfungszentrums.
- Schlafen. Ein ausgeruhter Kopf hört und liest schneller als ein Kopf, der bis Mitternacht Vokabeln wiederholt hat.
Wie viel pro Tag?
Regelmäßigkeit schlägt Menge. Eine Stunde an fünf oder sechs Tagen pro Woche ist für acht Wochen ein guter Rahmen. Ein Tag könnte so aussehen:
| Zeit | was |
|---|---|
| 10 Minuten | Wortschatz wiederholen |
| 15 Minuten | ein Hör- oder Leseteil mit Zeitlimit |
| 20 Minuten | Schreiben oder Sprechen — im Wechsel |
| 10 Minuten | ein Grammatikthema aus der Fehlerliste |
An Tagen mit wenig Zeit reichen die ersten zehn Minuten. Wichtig ist, dass die Kette nicht reißt.
Was oft schiefgeht
Wochenlang nur das üben, was Spaß macht — meist Wortschatz — und das Schreiben vor sich herschieben.
Jeden Tag eine Probeprüfung machen und sich wundern, dass die Punkte nicht steigen.
Am Abend vor der Prüfung ein neues Grammatikkapitel anfangen.
Und mit Rilke?
In der Rilke-App gibst du deinen Prüfungstermin ein; daraus werden ein Countdown und ein Tagesplan. In der letzten Woche schaltet die App auf Prüfungssimulation um — also genau auf die Phase, die dieser Plan beschreibt. Grammatik, Wortschatz, Lesen und Hören sind kostenlos; für Schreiben und Sprechen bekommst du eine Bewertung nach den Kriterien deiner Prüfung.